Wie lange dauert eine Scheidung? Alles zum Ablauf

Sie haben sich entschlossen, sich scheiden zu lassen und fragen sich, wann Sie geschieden sein werden? Wir geben Ihnen einen Überblick über den Ablauf einer einvernehmlichen Scheidung, damit Sie einschätzen können, wie lange Ihre Scheidung voraussichtlich dauern wird.


Scheidungen sind sehr individuell und daher auch die Dauer

Jede Scheidung ist unterschiedlich. Daher ist eine genaue Prognose zur Dauer der Scheidung nicht möglich. Entscheidend ist, dass es sich bei Ihrer Scheidung um eine einvernehmliche Scheidung handelt. Das heißt, dass Sie sich mit Ihrem Partner über alle Scheidungsfolgen (d.h. Themen wie den Unterhalt, das Sorgerecht, etc.) geeinigt haben und dies nicht mehr per Anwalt vor Gericht geregelt werden muss.

Dauer einer einvernehmlichen Scheidung

Grundlage dafür, dass die Scheidung überhaupt eingereicht werden und somit der Scheidungsprozess gestartet werden kann, ist, dass Sie als Ehepaar vorher ein Jahr getrennt gelebt haben (Trennungsjahr). Die Dauer der Scheidung kann durch eine frühzeitige Stellung des Antrages etwas verkürzt werden. Der Scheidungsantrag kann meist zwei bis knapp drei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden, wenn der Versorgungsausgleich durchgeführt wird. Denn das Gericht benötigt mindestens drei bis vier Monate bis es die Auskünfte zum Ausgleich der Rentenansprüche vom Versorgungsträger (z.B. der deutschen Rentenversicherung) erhält.

Ab Einreichen des Scheidungsantrags dauert eine einvernehmliche Scheidung (mit Versorgungsausgleich) im Normalfall vier bis sechs Monate. Bei einer Ehe, die weniger als drei Jahre gedauert hat, oder wenn dies durch die Ehepartner schriftlich vereinbart wird, muss kein Versorgungsausgleich durchgeführt werden - dann verkürzt sich die Dauer auf einen bis drei Monate.

Bei besonders komplizierten, nicht einvernehmlichen Scheidungen mit vielen offenen Streitpunkten, kann das Verfahren über mehrere Jahre andauern.

Ablauf einer einvernehmlichen Scheidung und wie Sie Zeit sparen können

Der Ablauf ist grob zusammengefasst immer wie folgt:
Frühestens neun Monate nach Ihrer Trennung kann der Scheidungsantrag von einem Anwalt bei Gericht eingereicht werden. Das Gericht stellt dann dem Ehepartner den Scheidungsantrag zu und berechnet den Versorgungsausgleich. Daraufhin wird ein Scheidungstermin zugewiesen, an dem das Familiengericht die Scheidung durchführt.

Wie lange die einzelnen Schritte dauern und wie Sie Zeit sparen können, erklären wir Ihnen nun noch im Detail.

1. Der Scheidungsantrag

Wenn Sie sich scheiden lassen möchten, muss ein Scheidungsantrag durch einen Anwalt erstellt und bei Gericht eingereicht werden. Für den Antrag müssen verschiedene Angaben zu Ihnen und Ihrem Ehepartner, Finanzen, der Ehe und Dokumente wie z.B. die Heiratsurkunde und Geburtsurkunden Ihrer Kinder zusammengestellt werden. Alle Angaben und Dokumente können Sie bei Legalbird direkt online hinterlegen, so dass kein Besuch beim Anwalt oder lästiges Verschicken per Post notwendig wird. So sparen Sie bei der Erstellung des Antrags deutlich Zeit ein.

Wenn der Antrag vollständig ist, kann dieser durch den Anwalt bei Gericht eingereicht werden. Hier werden dann Kosten für den Anwalt und für das Gericht fällig. Wie hoch diese Kosten sind, basiert auf den Angaben in Ihrem Scheidungsantrag. Damit das Gericht Ihren Antrag überhaupt bearbeitet, müssen Sie einen Gerichtskostenvorschuss zahlen. Sie sparen also deutlich Zeit ein, wenn Sie den Gerichtskostenvorschuss sofort zahlen, sobald Sie die Rechnung vom Gericht erhalten haben.

Tipp 1: Gerichtskosten sofort zahlen

Zahlen Sie den Gerichtskostenvorschuss sofort - denn erst dann beginnt das Gericht direkt mit Ihrer Scheidung. Je später Sie die Kosten überweisen, desto später beginnt der Scheidungsprozess.

Wenn das Gericht den Gerichtskostenvorschuss erhalten hat, beginnt es mit der Bearbeitung und leitet den Scheidungsantrag an Ihren Ehepartner weiter. Ab Einreichen der Scheidung bis zur Zustellung des Scheidungsantrags beim Ehepartner vergehen in der Regel zwei bis drei Wochen. Daraufhin berechnet das Gericht den Versorgungsausgleich.

2. Der Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich kann, wenn der Rentenverlauf von Ihnen und Ihrem Partner nicht vollständig geklärt ist, sehr lange dauern. Zwischen drei und sechs Monate benötigt das Gericht, um alle notwendigen Informationen einzuholen. Die gute Nachricht: Sie können dafür sorgen, dass der Versorgungsausgleich deutlich schneller geht:

Klären Sie so früh wie möglich, d.h. bestenfalls schon während des Trennungsjahrs, ob das Rentenkonto und somit alle Informationen zu Ihren Rentenansprüchen und denen Ihres Partners aktuell sind. Damit das Gericht einen Versorgungsausgleich durchführen kann, müssen alle Rentenansprüche ab dem 18. Lebensjahr geklärt sein. Es werden auch alle Ansprüche, die Sie während der Schulausbildung, der Mutterschutzzeit oder einer Arbeitslosigkeit erworben haben, berücksichtigt. Oft fehlen Angaben zu solchen Zeiten in Ihrem Rentenkonto. Dann müssen diese Zeiten nachträglich noch erfasst werden. Dieses Einholen von fehlenden Angaben nimmt erhebliche Zeit in Anspruch, da der Versorgungsträger Kontakt mit Ihnen aufnehmen und Sie zur Klärung der noch nicht berücksichtigten Zeiten auffordern muss.

Tipp 2: Rentenansprüche so früh wie möglich klären

Um ungeklärte Zeiträume und damit deutliche Verzögerungen zu vermeiden, sollten Sie und Ihr Partner so schnell wie möglich beim zuständigen Träger einen Antrag auf Kontenklärung stellen. In den meisten Fällen ist der zuständige Träger die Deutsche Rentenversicherung. Ebenso sollten die ausgefüllten Formulare für den Versorgungsausgleich bereits dem Scheidungsantrag und bei der Zustimmung zur Scheidung (von Ihrem Partner) beigefügt werden.

Sind Sie bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte versichert, lassen Sie sich dazu in einer örtlichen Beratungsstelle der BfA beraten. Sie finden diese Beratungsstellen in allen größeren Städten. Berücksichtigen Sie, dass auch hier Wartezeiten von mehreren Wochen bestehen, bis Sie einen Termin erhalten.

Wenn Sie bisher keine Kontenklärung bei Ihrer Rentenversicherung angefragt haben, solten Sie und Ihr Partner zur Beschleunigung des Versorgungsausgleichs das folgende Formular frühzeitig ausfüllen und uns zukommen lassen. Wir fügen dieses dann Ihrem Scheidungsantrag bei. Ihr Partner sollte sein Formular dann bei seiner Zustimmung zur Scheidung an das Gericht hinzufügen.

Sie leben in einer Lebenspartnerschaft? Dann müssen Sie folgendes Formular ausfüllen:

Sie befinden sich noch im Trennungsjahr und möchten frühzeitig eine Kontenklärung beantragen? Hier können Sie das Formular zur Kontenklärung herunterladen:

3. Scheidungstermin und rechtskräftige Scheidung

Wenn das Gericht den Versorgungsausgleich durchgeführt hat, teilt es Ihnen den Scheidungstermin mit. Beim Scheidungstermin müssen Sie, Ihr Partner und der Anwalt persönlich anwesend sein. Wie der Termin im Detail verläuft, erfahren Sie hier.

Der Scheidungstermin dauert ca. 10-15 Minuten. Im Termin fällt der Richter das Urteil über Ihre Scheidung. Spätestens 6 Wochen nach dem Scheidungstermin erhalten Sie und Ihr Partner den rechtskräftigen Scheidungsbeschluss und Sie sind damit rechtskräftig geschieden.

Sie wollen jetzt mit Ihrer Scheidung loslegen, oder haben den Scheidungsantrag noch nicht zu Ende ausgefüllt? Wenden Sie die Tipps aus diesem Artikel an und lassen Sie uns jetzt ganz einfach online alle Angaben und Dokumente zukommen - dann steht einer möglichst schnellen und einfachen Scheidung nichts mehr im Weg!

Sie haben noch Fragen?

Wir beraten Sie gerne persönlich! Sie erreichen uns jederzeit unter service@legalbird.de oder telefonisch zwischen 8 und 18 Uhr unter 0221/98651940


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