Tipps & Hinweise zur Vorsorgevollmacht

Sie erhalten hier einen Überblick darüber, wieso eine Vorsorgevollmacht für eine umfassende Vorsorge unverzichtbar ist, welche Regelungen durch Sie getroffen werden können und worauf bei der Erstellung geachtet werden muss.

  1. Brauche ich eine Vorsorgevollmacht?
  2. Was ist eine Vorsorgevollmacht?
  3. Was kann ich mit einer Vorsorgevollmacht regeln?
  4. Wann ist die Vorsorgevollmacht gültig?
  5. Tipps für die Auswahl von Bevollmächtigten

Brauche ich eine Vorsorgevollmacht?

Nur mit Hilfe einer Vorsorgevollmacht können Sie selbst bestimmen, wer Sie im Notfall vertreten darf!

Sie können jederzeit in eine Situation geraten, in der Sie nicht mehr in der Lage sind, selbstständig zu handeln. Dass in diesem Fall „automatisch“ der Ehegatte oder enge Angehörige die Vertretung übernehmen dürfen, ist leider ein Irrtum. Denn das zuständige Gericht bestimmt einen Betreuer, der dann Ihre Angelegenheiten regelt. Dabei kann, aber muss keinesfalls ein Angehöriger eingesetzt werden. Insbesondere wenn Interessenkonflikte befürchtet werden, zum Beispiel hinsichtlich des Erbes, stuft das Gericht Angehörige nicht als „geeignete“ Personen ein und setzt stattdessen einen völlig Fremden als Betreuer ein.

Damit Ihnen das Gericht nicht die Entscheidung abnimmt, wer Sie vertreten darf, sollten Sie eine Vorsorgevollmacht erstellen. So können Sie selbst entscheiden, wer Sie im Ernstfall vertritt und über welche Bereiche der Bevollmächtige bestimmen darf.

Wichtig zu wissen:

Ihr Ehepartner oder nahe Angehörige haben nicht “automatisch” das Recht, Sie zu vertreten. Daher ist eine Vorsorgevollmacht für jede volljährige Person wichtig!
Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht regelt, wer Sie im Notfall vertreten darf und Ihren Willen bezüglich medizinischer Behandlung, Finanzen und anderen Themen durchsetzen soll.

Ihre Vorsorgevollmacht - damit Sie nach Ihren Wünschen vertreten werden

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Rechtssicheres Dokument
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Anwaltlich geprüft
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Umfassend und präzise formuliert

Was kann ich mit einer Vorsorgevollmacht regeln?

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen Sie eine Vertrauensperson für Sie zu handeln, zu entscheiden und Verträge abzuschließen – entweder umfassend oder in von Ihnen festgelegten Bereichen. Die Vollmacht gilt nur, wenn Sie selbst nicht mehr handlungsfähig sind. Sie können die Vollmacht zudem jederzeit widerrufen, wenn Sie dem Beauftragten die Vollmacht entziehen oder die Vollmacht inhaltlich verändern möchten.

Es gibt verschiedene Bereiche, in denen Sie durch Ihre Vertrauensperson vertreten werden können. Die Vorsorgevollmacht kann sich zum Beispiel auf Verträge, medizinische Behandlungen, den Wohnort oder finanzielle Angelegenheiten beziehen. Wenn in Ihrer Vollmacht zum Beispiel Angelegenheiten der Gesundheit geklärt werden sollen, muss auch ausdrücklich die Befugnis für diesen Bereich enthalten sein.

Wenn zu einzelnen Bereichen Angaben in Ihrer Vollmacht fehlen, wird das Amtsgericht hierfür einen rechtlichen Betreuer einsetzen. Bei uns können Sie sicher gehen, dass Sie zu allen Bereichen Regelungen treffen können, damit Ihr Wille überall von der richtigen Person durchgesetzt wird!

Wann ist die Vorsorgevollmacht gültig?

In fast allen Fällen ist die Vorsorgevollmacht ohne Notar gültig. Sobald Sie Ihre Vollmacht inklusive aktuellem Datum unterschreiben, ist sie gültig.

Ausnahmen, bei denen ein Besuch beim Notar sinnvoll sein kann:

1. Immobiliengeschäfte
Wenn Ihre Vollmacht Immobiliengeschäfte umfassen soll, kann es sinnvoll sein, die Vollmacht durch einen Notar um den Passus zu den Immobilien beurkunden zu lassen oder zumindest die Unterschrift beglaubigen zu lassen.

2. Bankgeschäfte
Soll der Bevollmächtigte Entscheidungen zu Bankgeschäften treffen, verlangen manche Banken eine Beglaubigung der Unterschrift oder eine separate Bankvollmacht. Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie sich direkt bei Ihrer Bank hierzu informieren.

Unser Tipp, wie Sie beim Notar viel Geld sparen können:

Erstellen Sie hier Ihre Vorsorgevollmacht und lassen Sie nur die Unterschrift vom Notar beglaubigen. Der Notar bestätigt mit der Beglaubigung die Echtheit Ihrer Unterschrift. Eine sehr teure, notarielle Beratung inkl. Beurkundung ist dann nicht nötig. Eine Unterschriftsbeglaubigung kostet nur rund 30 bis 50 Euro.

Damit Sie die richtige Wahl treffen: Unsere Tipps für die Auswahl von Bevollmächtigten

Im Ernstfall müssen Sie von einer geschäftsfähigen, volljährigen Person vertreten werden. Durch eine Vorsorgevollmacht können Sie selbst bestimmen, wer diese Person sein soll.

Sie sollten sich vorab mit dem gewünschten Bevollmächtigten unterhalten, damit er genau weiß, welche Verantwortung auf ihn zukommt.

Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl Ihres Bevollmächtigten. Überlegen Sie in Ruhe, welcher Person Sie Ihr Vertrauen schenken möchten. Stellen Sie sich bei der Auswahl der Person zum Beispiel folgende Fragen:

  • Vertraue ich dieser Person in besonderem Maße?
  • Kennt mich die Person so gut, dass Sie mich gebührend vertreten kann?
  • Ist die Person jemand, die sich umfassend informiert?
  • Ist die Person durchsetzungsfähig und schafft sie es, eine Entscheidung in meinem Namen und nicht für sich selbst zu treffen?

Sie können bei der Erstellung auch mehrere Vertreter festlegen, damit nicht eine Person alle Entscheidungen alleine treffen muss. Allgemein wird jedoch eher davon abgeraten, mehrere Personen zu bevollmächtigen. Denn wenn sich Ihre Bevollmächtigten nicht einigen können, kann es dazu kommen, dass gar keine Entscheidungen getroffen werden und Ihr Wille daher nicht umgesetzt wird. Überlegen Sie sich daher genau, ob Sie mehrere Bevollmächtigte einsetzen möchten.

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